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Hier auf dieser Seite finden Sie
Berichte aus unserer Vereinszeitung "Der Delfin"
Im Internet gefunden : Links zu interessanten
Berichten im Internet
Viele
Menschen verspüren den Wunsch, ein schönes Aquarium in der
Wohnung zu haben, um sich in der Freizeit daran zu erfreuen. Ein
Aquarium ist ein Stück Natur und erfordert von seinem Pfleger
ein gewisses Maß an Verständnis für das Zusammenwirken von
Wasser, Pflanzen und Fischen. Der Arbeitsaufwand zum Betreiben
eines Aquariums ist oft kleiner als landläufig angenommen wird,
wenn man sich zu Beginn richtig informiert. Auf den folgenden
Seiten möchten wir ein paar Hilfestellungen geben, die den
Einstieg in das Hobby „Aquaristik“ mit einem kleinen Aquarium
erleichtern.
Der Standort
Schon der Platz, an dem das Aquarium stehen soll, muß
sorgfältig gewählt werden, denn ein Aquarium mit allem Drum und
Dran ist nicht gerade leicht und muß daher auf einem festen,
tragfähigen Sockel gestellt werden. Ein Becken von 60 cm
Kantenlänge und 54 l Volumen bringt es immerhin auf etwa 75 kg.
Die Unterlage muß gerade und eben sein. Vom Zoofachhändler
angebotene Schränke und Untergestelle sind für jedes Beckenmaß
und sogar in unterschiedlichen Dekoren zur eigenen Einrichtung
lieferbar. Der Standort sollte so gewählt werden, dass kein
direktes Sonnenlicht auf das Aquarium fällt, da sonst mit
unkontrollierbarem Algenwuchs und im Sommer mit einer
Wassererwärmung über die gewohnte Temperatur hinaus zu rechnen
ist. Auch neben einer viel genutzten Tür sollte das Aquarium
nicht stehen, da scheue Fische unter ständigem Streß leiden
würden. Eine ruhige Ecke im Wohnzimmer ist die beste Wahl.
Darüber hinaus muß eine Steckdose für den Anschluß der
elektrischen Geräte in erreichbarer Nähe sein. Das Becken und
der Unterbau werden am gewählten Standort mit einer Wasserwaage
ausgerichtet. Grundsätzlich sollte man bedenken: Ein Aquarium
ist kein Spielzeug für kleine Kinder. Kinder bis ca. 12 Jahren
sollten ein Aquarium nur unter der Anleitung eines Erwachsenen
betreiben.
Aquarientyp- was verstehen wir unter diesem Begriff?
Man unterscheidet bei tropischen Süßwasseraquarien
zwischen Gesellschaftsbecken, Artenbecken, Biotopaquarien und
Zuchtaquarien.
Gesellschaftsbecken sind Aquarien, in denen unterschiedliche
Wasserpflanzen- und Fischarten zusammen gepflegt werden, die im
Anspruch auf Licht, Temperatur, Wasserbeschaffenheit,
Beckengröße und Ernährung zusammen passen. Für diesen Beckentyp
erlangte der Begriff „Naturaquarium“ in den letzten Jahren eine
besondere Bedeutung. Die Naturaquaristik beinhaltet in erster
Linie Komponenten, die in Form und Größe der Pflanzen,
Dekoration und Fische aufeinander abgestimmt sind. Daraus
entstehen dann ganz besonders schöne Unterwasserlandschaften,
bei denen nicht die Fische im Vordergrund stehen, sondern der
Gesamteindruck.
Artenbecken sind Aquarien, in denen nur Fische einer Art
gepflegt werden, die besondere Ansprüche an ihre Umgebung
stellen. Die Bepflanzung solcher Aquarien erfüllt in erster
Linie die Bedürfnisse der Fische. Dieser Beckentyp ist eher
etwas für erfahrene Aquarianer.
Biotopaquarien sind Becken, bei denen der Aquarianer
bemüht ist, alle Komponenten des natürlichen Biotops
nachzubilden. Solche Aquarien setzen große Sachkenntnis und
Erfahrungen mit den zu pflegenden Fischen und Pflanzen voraus.
Zuchtaquarien
sind Becken, die allein auf die artgerechte Haltung von Fischen
abgestimmt sind, um diese zu züchten. Die Gestaltung ist meist
spartanisch. In solchen Aquarien werden oft Filter zur
Herstellung und Erhaltung besonderer Wasserparameter
installiert. Dieser Beckentyp ist für den Betrachter meist nicht
sehr attraktiv.
Einrichten und dekorieren
Bodengrund
Der
Bodengrund im Aquarium erfüllt zwei wichtige Aufgaben: zum einen
bietet er den Pflanzen Halt und zum anderen siedeln sich
wichtige Microorganismen an, die für das biologische
Gleichgewicht sehr wichtig sind. Daher darf der Bodengrund nicht
zu fein sein. In porösem Material ist ein Wasseraustausch und
somit eine Sauerstoffversorgung der Bakterienkultur leichter
möglich. Ihr Fachhändler hält eine reichliche Auswahl von
geeigneten Bodengründen bereit. Speziell mit Mineralien und
Spurenelementen angereicherte Substrate sind für die unterste
Schicht besonders gut geeignet. Die Deckschicht aus sehr sauber
gewaschenem, feinem Kies verhindert, dass grobe Schmutzpartikel
in den Boden eindringen. Auch das schnelle Auswaschen von
Langzeitdünger, aus der unteren Schicht wird damit vermieden.
Beim Einbringen des Bodengrundes ist darauf zu achten, dass er
leicht nach hinten ansteigt. Die Schichthöhe sollte zwischen 3
und 10 cm betragen. Das erhöht den optischen Tiefeneffekt und
verhindert Mulmansammlungen in den hinteren Bereichen.
Dekoration
Zur optischen Gestaltung
gibt es eine reichliche Auswahl an Wurzelhölzern und Steinen in
unterschiedlichen Größen. Achten sie beim Kauf darauf, dass die
Dekoration der Größe des Beckens angemessen ist. Wurzeln und
Steine sollten vor der Verwendung gut gewaschen und mit einer
kräftigen Bürste ohne chemische Reinigungsmittel gesäubert
werden. Steine, die selbst gesammelt wurden, sollten auf
Tauglichkeit geprüft werden, denn wenn sie metallische
Einschlüsse aufweisen oder Kalk ans Wasser abgeben, sind sie
ungeeignet. Bei Wurzeln ist darauf zu achten, dass sie evtl.
schwimmen. Diese müssen längere Zeit gewässert oder ausgekocht
werden. Wurzelstücke aus Hartholz schwimmen meist nicht und
können nach gründlicher Reinigung eingesetzt werden. Beim
Einbringen der Dekoration können Steine so platziert werden,
dass sie den terrassenartigen Aufbau des Bodengrundes zusätzlich
stützen. Wurzelstücke müssen so gesetzt werden, dass später die
Heizung und der Filter gut zugänglich sind. Auch auf
ausreichenden Schwimmraum für die Fische muß geachtet werden.
Technik einsetzen
In einem Aquarium müssen viele Aufgaben der
Natur von einer hochwertigen und zuverlässigen Technik
übernommen werden. Mit den heutigen Angeboten an Filtern und
regelbaren Heizern steht dem Aquarianer ein großes Sortiment an
ausgereifter Technik für Beckengrößen von 50 l bis etwa 600 l
Inhalt zur Auswahl.
Beleuchtung
Bei den meisten Aquarien-Sets oder
Komplettlösungen ist die Beleuchtung schon fertig installiert.
Das Licht hat für das Kleinbiotop „Aquarium“ eine besondere
Bedeutung. Fische und Pflanzen stellen ihren Lebensrhythmus auf
die Beleuchtungszeit ein. Daher ist es ratsam, die
Schaltintervalle durch eine Zeitschaltuhr zu regeln. Etwa 12
Std. beträgt die Beleuchtungsphase in einem tropischen Aquarium.
Die
Heizung
Für die meisten
Aquarienfische und –pflanzen sollte die Wassertemperatur 24° -
26° betragen. Eine Regelheizung hält Ihr Aquarium konstant auf
die eingestellte Temperatur. Die Wattstärke richtet sich nach
der Beckengröße und der Umgebungstemperatur des Standortes. In
Wohnräumen ergibt sich daher etwa 0,5 – 1 Watt pro Liter
Beckeninhalt. Die Heizung wird so im Aquarium angebracht, dass
die Funktion bei der Routinekontrolle leicht überprüft werden
kann aber das Gesamtbild des Aquariums nicht unnötig stört.
Mittels eines Thermometers wird die Wassertemperatur täglich
überprüft.
Filter
Zur Erhaltung einer guten Wasserqualität
muß das Aquarium mit einem Filter ausgerüstet werden.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen luft- und
motorbetriebenen Filtern. Bei luftbetriebenen Filtern wird
mittels einer Luftpumpe und eines Luftheber-Systems Wasser durch
das Filtermedium geleitet. Motorbetriebene werden von einer
elektrischen Turbine angetrieben. Sie haben den Vorteil, dass
sie besonders leise und leistungsfähig sind. Bei den
motorbetriebenen Filtern stehen zwei Varianten zur Verfügung:
1.
Innenfilter
Diese Filter werden im Aquarium angebracht,
nehmen daher auch etwas Platz im Becken in Anspruch und müssen
für den Filterwechsel leicht zugänglich sein. Sie haben den
Vorteil, dass keine Schläuche aus dem Aquarium führen
2.
Außenfilter
Dieser Filtertyp steht unter dem Aquarium
und wird mittels Zu- und Rücklaufschlauch mit dem Becken
verbunden. Außenfilter verfügen gegenüber den Innenfiltern über
mehr Filtervolumen, was die Reinigungsintervalle verlängert.
Vorteil: Für den Betrachter des Aquariums unsichtbar im Schrank
untergebracht. Bei der Filterreinigung muß nicht im Aquarium
hantiert werden.
Die Aufgabe des Filters ist es, Schadstoffe
aus dem Wasser zu entfernen. Durch die zusätzliche Ansiedlung
von schadstoffabbauenden Bakterien werden stickstoffhaltige
Substanzen biologisch abgebaut und in von den Pflanzen
verwertbare Verbindungen umgewandelt.
Der Filter wird so im Becken eingebaut,
dass er nicht das Gesamtbild stört. Die Wasserströmung soll
möglichst das ganze Aquarium erfassen, damit sich Mulm nur an
den leicht zugänglichen vorderen Bereichen ablagern kann.
Wasser einfüllen
Nachdem der Bodengrund und die Dekoration
eingebracht sind und die Technik bestmöglichst plaziert worden
ist, können wir das Aquarium nun etwa bis zur Hälfte mit
temperiertem Wasser auffüllten. Dazu legen wir eine Plastikfolie
von der Größe der Bodenfläche des Beckens im Aquarium aus. Mit
einem Schlauch oder Gießkanne wird nun vorsichtig Wasser
eingefüllt. Es ist darauf zu achten, dass dabei der Bodengrund
nicht aufwühlt wird.
Wasserpflanzen
Die Wasserpflanzen haben in einem Aquarium
wichtige Aufgaben zu erfüllen. So produzieren sie am Tage den
für die Fische lebenswichtigen Sauerstoff und reduzieren den
Nitrat- und Phosphatgehalt des Wassers. Sie tragen also eine
Menge zur Erhaltung der Wasserqualität bei. Durch ihre Anordnung
im Aquarium ergeben sich für die Fische Reviere und Schutzzonen,
in die sich scheue Fische zurückziehen können. Außerdem
benötigen viele Fischarten Pflanzen als Laichsubstrat. Gerade in
der Einlaufphase eines Aquariums ist auf guten Pflanzenwuchs zu
achten. Die Erstausstattung sollte deshalb zum großen Teil aus
schnellwüchsigen Arten bestehen. So wird der Ausbreitung von
unerwünschten Algen entgegengewirkt.
Wasserpflanzen einsetzen
Die eingekauften Wasserpflanzen werden nun
in lauwarmem Wasser vorsichtig abgespült, Topfpflanzen aus den
Kunststofftöpfen genommen und die Wurzeln von dem anhaftenden
Pflanzsubstrat befreit. Abgestorbene oder beschädigte Blätter
und Wurzeln schneidet man mit einer Schere ab. Sind die Wurzeln
zu lang, werden sie ebenfalls etwas eingekürzt.
Das Bepflanzen des Aquariums erfordert ein
wenig Geschick, denn oft haben die Pflanzen beim Kauf noch nicht
ihre volle Größe erreicht. Die Angaben auf den Artbeschreibungen
sind da eine große Hilfe. Auch die angegebenen Lichtbedürfnisse
sollten bei der Wahl des Standortes im Becken unbedingt beachtet
werden. Sortieren Sie Ihre Pflanzen für den Hintergrund,
Mittelbereich und Vordergrund. Der Hintergrund wird zuerst
bepflanzt, dann die Beckenmitte und zuletzt der Vordergrund. Es
ist ratsam, die Pflanzenarten in Gruppen zu setzen, denn dadurch
wird die natürliche Wirkung erhöht.Beim Einsetzen der Stengelpflanzen ist
darauf zu achten, dass die Stengel im Bodengrund nicht
abgeknickt werden. Pflanzen mit Wurzeln werden so tief
eingesetzt, dass die Pflanze bis zum Wurzelhals mit Bodengrund
bedeckt ist. Zum Abschluß wird das Aquarium bis zur
oberen Sichtblende mit Wasser aufgefüllt. Setzen Sie dem Wasser
der Beckengröße entsprechend einen Wasseraufbereiter zu, denn
Leitungswasser ist oft zu aggressiv oder enthält geringe Mengen
an Schwermetalle. Durch die Zugabe von Starterbakterien impfen
Sie das Aquarium mit einer Bakterienkultur, die in der
Einlaufphase große Vorteile bringt. Jetzt nehmen Sie Heizer,
Filter und Beleuchtung in Betrieb. Dann gönnen Sie Ihrem
Aquarium eine etwa 5 bis 7tägige Einlaufphase ohne Fische.

Fische einsetzen
Zum Ende der ersten Woche zeigt Ihr
Aquarium schon erste Anzeichen von Wachstum. Die Pflanzen haben
neue Wurzeln gebildet und vereinzelt sind neue Blätter und
Triebe zu erkennen. Das Wasser ist kristallklar. Der Zeitpunkt
für das Einsetzen der ersten Fische ist gekommen.Bei der Vielzahl der angebotenen Fischarten
ist es sicher nicht leicht, sich nur auf wenige zu beschränken.
Beginnen Sie mit Fischen, die leicht zu pflegen sind und auch
biologische Aufgaben im Aquarium übernehmen. So sollten
algenfressende Arten und Welse zur Restfuttervertilgung zuerst
eingesetzt werden. Haben Sie sich für Salmler oder Barben
entschieden, denken Sie daran, dass dieses Schwarmfische sind
und daher nicht einzeln gehalten werden dürfen. Lassen Sie sich
beim Kauf vom Fachhändler über die Bedürfnisse der Fischarten
unbedingt ausführlich beraten, denn nicht alle können zusammen
gepflegt werden. Es gibt auch eine große Zahl guter Fachbücher,
die gerade in den ersten Jahren Ihres neuen Hobbys eine große
Hilfe sind. Auch Aquarienvereine wie z.B. unserer
Zierfisch Club Bremen e.V. sind gerne bereit, Ihnen bei
Problemen oder Fachfragen weiterzuhelfen.Das Einsetzen der Fische sollte sehr
behutsam vorgenommen werden, denn durch den Transport sind sie
ohnehin großem Streß ausgesetzt. Hängen Sie den Transportbeutel
etwa 30 Min. im geschlossenen Zustand in das Aquarium. So wird
sich die Temperatur des Transportwassers langsam an die
Beckentemperatur angleichen. Danach geben Sie die Fische mit dem
Transportwasser in einen Eimer und geben in kleinen Schüben
Aquarienwasser dazu. So werden die Fische schonend eingewöhnt.
Zum Schluß werden die Fische mit einem Kescher in kleinen
Stückzahlen ins Aquarium eingesetzt. Das Transportwasser
anschließend nicht ins Aquarium gießen.Die Fischgesellschaft wird nun beginnen,
ihre Umgebung zu erkunden. Sie sollten erst am darauffolgenden
Tag das erste Mal gefüttert werden. Beginnen Sie mit kleinen
Rationen mehrmals täglich. Bei Ihrem Zoo-Fachhändler steht Ihnen
eine breite Palette an artgerechtem Futter von hoher Qualität
zur Verfügung. Füttern Sie wenig, denn die die größten Probleme
entstehen durch zu viel Futter.
Hier eine
kleine Empfehlung für den ersten Fischbesatz:
5 kleine Welse z.B. Corydoras
hastatus oder C. pygmaeus
2 Platys (gut für die
Algenbekämpfung)
1 Paar !!! Zwergbuntbarsche
z.B. Apistogramma borelli, A. cacatuoides oder Microgeophagus
ramirezi
…. das sollte dann auch schon reichen,
wenn es funktionieren soll !!!!
Aquarienpflege
Um ein Aquarium erfolgreich zu
betreiben, bedarf es einiger Pflegemaßnahmen.
Tägliche Kontrolle
Überprüfen Sie die Funktionen von Heizung,
Filter und Beleuchtung. Beobachten Sie die Fische und prüfen
dabei, ob sie sich normal verhalten. Achten Sie auf Verletzungen
oder Anzeichen von Krankheiten.
Wasserwechsel
Wechseln sie alle 7 Tage etwa 25 % (ca. 10
Liter bei einem 60 cm Becken) des Beckenwassers. Damit werden
Schadstoffe entfernt. Beim Wasserwechsel wird mit einer
Mulmglocke der Bodengrund abgesaugt, so dass grobe
Schmutzpartikel sowie Pflanzen- und Futterreste gleichzeitig
entfernt werden.
Filterreinigung
Reinigen Sie das Filtersubstrat im
4-Wochen-Intervall. Dazu wird das Filtermaterial unter lauwarmem
Wasser gut ausgespült um grobe Verschmutzung zu entfernen.
Kaltes oder heißes Wasser ist ungeeignet, da dadurch die
nützlichen Filterbakterien abgetötet werden.
Kontrolle
der Wasserqualität
In den ersten drei Monaten sollte die
Wasserqualität ihres Aquariums 1 x wöchentlich geprüft werden.
Später ist alle drei Wochen ausreichend. Mit den Testkits
verschiedener Hersteller können Sie alle wichtigen
Wasserparameter ermitteln. Der richtige pH-Wert für Ihre Fische
läßt sich bei Bedarf problemlos mit zuverlässigen Präparaten
einstellen und erhalten. Fragen Sie dazu aber unbedingt einen
erfahrenen Aquarianer oder Fachverkäufer!
Zum
Schluss noch ein Wort …….
Mit dem Kauf von einem Aquarium mit
lebenden Fischen und Pflanzen sollten Sie immer daran denken,
dass die Lebewesen in Ihrer Obhut auf Ihre Pflege und
Naturverständnis angewiesen sind. Sie sind damit eine ernste
Verpflichtung eingegangen und sollten dieses Bewusstsein auch
auf Kinder in Ihrer Familie übertragen. Fische leben auch nur
einmal und sind kein Spielzeug! Nur wenn Sie Verständnis für die
Bedürfnisse und Pflegeansprüche des Aquariums erfüllen, werden
Sie ein schönes und funktionierendes Kleinbiotop zu Hause haben.
Wenn Sie Hilfe bei Problemen oder einen Rat benötigen, wenden
Sie sich an unsere Aquarianer im
Zierfisch Club Bremen e.V. auch
im Internet unter
www.zierfischclubbremen.de.
Ich wünsche allen Anfängern viel Glück und
Erfolg mit einem „Anfänger-Aquarium“
Hans Hirsch
Keine Angst vor neuen
Fischen
Eine Anleitung zur Quarantäne
von Hans Hirsch
Stellen wir uns kurz folgende Situation vor: Ein Aquarianer, der
zu Hause ein 200-Liter-Aquarium besitzt, betritt ein
Zoofachgeschäft, um sich mit Futter für seine Fische zu
versorgen. Bei der routinemäßigen Durchsicht der Verkaufsanlage
entdeckt er plötzlichen die Fische, den er sich schon immer
einmal anschaffen wollte. Der Verkäufer ist auch gleich zur
Stelle und gib bereitwillig über einige Details Auskunft. Die
Fische machen einen gesunden und vitalen Eindruck und passen von
den Anforderungen her perfekt zu dem Fischbesatz zu Hause. Dem
Aquarianer-Glück steht also nichts mehr im Wege. Mit den Fischen
zu Hause angekommen beginnt dann sogleich die
Eingewöhnungsprozedur. Zuerst den Beutel ins Aquarium gehängt,
um die Temperatur langsam anzugleichen, dann langsames
Angleichen durch Einfüllen von Beckenwasser in den
Transportbeutel. Nach einer halben Stunde dann der große Moment:
die Fische werden mit einem Kescher vorsichtig aus dem Beutel
ins Aquarium überführt. Alles richtig gemacht, denn man ist ja
schließlich Profi!?? Nun folgen ein paar Tage kompromissloser
Freunde an der neuen Fischgesellschaft – alles ist harmonisch
und schon fast zu schön. Am darauf folgenden Sonntagmorgen dann
der eiskalte Hammer, der das Wochenende eines jeden Aquarianers
in Sekundenschnelle zum aquaristischen Supergau werden lässt:
unsere Fische sind krank!!!! Etwa die Hälfte aller Fische haben
kleine weiße Pünktchen und sehen gar nicht mehr so toll aus.
Sofort wird erkannt: wir haben uns eine Ichthyo-Seuche
eingehandelt – man ist ja Profi.
Was soll uns diese kleine Geschichte sagen?
1. Auch gesund aussehende Fische können einen nachhaltigen
Effekt auslösen und
2. Am Sonntag hat kein Zoohändler geöffnet um einem
Profi-Aquarianer ein Mittel gegen Ichthyo zu verkaufen.
Aber wir können uns trösten, denn so schlimm, wie es sich liest,
ist es ja nicht, denn es trifft ja immer nur die Anderen??? Für
alle, die das nicht glauben, hier ein paar Tipps, wie man es
besser machen kann.
Sehr häufig werden in Zoofachgeschäften, Bau- und
Discountmärkten sogenannte Einsteigersets zum
Superschnäppchenpreis angeboten. Diese 60 cm Aquariensets sind
die idealen Quarantänebecken. Fast alles, was für eine
professionelle Quarantäne benötigt wir, ist in diesen Sets
vorhanden:
1. ein Becken mit einem Netto-Wasserinhalt von 50 Liter (wichtig
bei der Dosierung von Medikamenten)
2. eine Abdeckung mit Beleuchtung
3. eine regelbare Heizung in der Stärke von 50 Watt (wichtig bei
der Wärmetherapie)
4. Ein ausreichender Filter
5. ein Thermometer
6. ein Käscher
Was uns jetzt zu unserem Glück noch fehlt ist ein kleines
Handbuch über Fischkrankheiten oder eine Produktfibel über
Medikamente gegen Zierfischkrankheiten (gibt es im Zoofachhandel
von mehreren Firmen kostenlos) und natürlich – kranke Fische.
Auch heute ist eine Quarantäne zur Verhinderung und Behandlung
von Fischkrankheiten für neue Fische immer noch die erste Wahl.
Zugegeben, es ist unbequem eine Quarantäne durchzuführen, aber
nur so können wir uns vor größeren Schäden an unserem
Kleinbiotop im Wohnzimmer effektiv schützen. Jede Behandlung von
Krankheiten im eingerichteten größeren Aquarium kostet ein
Vielfaches an Medikamenten und bringt unkontrollierbare
Nebeneffekte mit sich, durch die bei der Behandlung in
Mitleidenschaft gezogenen Biokulturen im Filter und im Boden.
Eine notwendige Behandlung im Quarantänebecken ist
kostengünstiger und viel genauer, denn es gibt keine unbekannten
Störfaktoren, die eine Therapie erschweren oder gar den Erfolg
verhindern. Ein Quarantänebecken muss nicht im Wohnzimmer
stehen, sonder findet gegebenenfalls auch im Keller oder im
Abstellraum Platz, zumal es ja nur zeitlich begrenzt zum Einsatz
kommt.
Ein kleiner Tipp zum Schluss: Unsere Fischuntersuchungsstelle
gibt gerne Auskunft und Hilfestellungen bei der Erkennung und
Behandlung von Zierfischkrankheiten. Aquarianer, die
Krankheitssympthome an ihren Fischen im Quarantänebecken der
Untersuchungsstelle schildern, werden natürlich sofort als echte
Profis erkannt mit dem gebührenden Respekt von den Fachleuten
vom Zierfisch Club Bremen e.V. behandelt.
Ich hoffe, dass ich hiermit dem einen oder anderen Aquarianer
der alten Schule in Punkto „Quarantäne“ den Rücken gestärkt habe
und vielleicht dazu beitragen kann, Neueinsteigern den rechten
Weg zu weisen. Unsere Fische werden uns ein umsichtiges Handeln
sicher danken denn ich habe gehört, dass Aquarienfische auch nur
einmal Leben!

Apistogramma macmasteri

Foto: Hans Hirsch
Kullander, 1979
Dieser Apistogramma wurde Ende der
60-iger Anfang der 70-iger Jahre im Einzug des Rio Meta bei Villavicencio,
Kolumbien, entdeckt.Daher der deutsche Name „Villavicencio-Zwergbuntbarsch".Zur zeit gibt es in der Apistogrammaszene eine kontroverse Diskussion über den
Verwandtschaftsgrad von A. macmasteri und A. viejita,da beide Arten kaum zu
unterscheiden sind. Bei einem Großhändler in Hildesheim sah ich vor Jahren beide
Arten in zwei nebeneinander stehenden Becken. Für mich sahen die Fische gleich
aus, waren aber unterschiedlich im Preis.
Meine Frage hinsichtlich der
Unterschiede versuchte der Händler mit der etwas anderen Form des
Schwanzwurzelflecks zu erklären. Bei längerem Betrachten konnte ich sowohl
bei A. macmasteri als auch bei A. viejite die genannten Merkmale in der
Schwanzflosse entdecken. Vielleicht gelingt es den Wissenschaftlern die
Unterschiede genau zu definieren. Zur Zeit kann man die Arten ganz deutlich am
Preis unterscheiden. Für A. viejita verlangen die Händler wesentlich mehr als
für A. macmasteri. Der Villavicencio-Zwergbuntbarsch gehört zu den farbigsten und
robusteren Arten der Gattung Apistogramma. Adulte Männchen werden etwa 8-9
cm lang, die ersten 3 Flossenstrahlen der Rückenflosse sind lang ausgezogen und
die Schwanzflosse ist zweizipflig. Die Weibchen bleiben deutlich kleiner,
bis 6 cm, und die Schwanzflosse ist gerundet. A. macmasteri wird in der
Literatur als polygam bezeichnet, dem kann ich auf Grund meiner Erfahrungen
nicht so ohne weiteres zustimmen. Da die Zucht meist in relativ kleinen Becken
erfolgt, ist es empfehlenswert, die Tiere paarweise anzusetzen. Nur in großen
Becken ab 100 cm kann man dem Männchen mehrere Weibchen zugeben. Die Haltung ist
in Becken ab 80 cm möglich. Sie sollten dicht bepflanzt sein, einige Holzstücke
oder Kokosschalen sind als Versteck empfehlenswert.
Die Wasserwerte: pH-Wert 6-7, Leitwert um 150 Microsiemens,
Temperatur 24-26 °C
Zur Zucht benutze ich meine obligatorischen Zuchtbecken
(50x25x30). Die Einrichtung besteht aus schwarzem Sand, zwei halben
Kokosschalen, einem bewachsenem Stück Holz und einer Portion Javamoos. Die
Wasserwerte pH-Wert 5,5-6, Leitwert 100 Microsiemens und die Temperatur
27°C. A. macmasteri schreitet bei guter Pflege willig zur Fortpflanzung.
Die
Eier werden vom Weibchen an die Höhlendecke geheftet und vom Männchen besamt.
Die Brutpflege übernimmt ausschließlich das Weibchen, während sich das
Männchen um die Revierverteidigung kümmert. Nach etwa drei Tagen schlüpfen
die Larven und schwimmen nach weiteren fünf Tagen auf. Die
kleinen „Mackis" nehmen sofort Artemienauplien als erstes Futter. Bei täglich
3-maliger Fütterung und regelmäßigem Wasserwechsel, bei mir alle zwei Tage
50%, wachsen
die Fische schnell heran und haben nach 6-7 Monaten die
Geschlechtsreife erreicht.
Anton Maier

Das Pflanzenaquarium
Viele Neueinsteiger, aber auch erfahrene Zierfischzüchter
verspüren gerade in der letzten Zeit den Wunsch ein Aquarium mit einer schönen
Unterwasserlandschaft nach dem „Naturaquarium-Konzept“ a la Amano zu besitzen.
Das ist für mich eigentlich eine sehr lobenswerte Entwicklung, denn sie bringt
uns zwangsläufig dahin, uns eingehend mit der „echten Aquaristik“ zu
befassen. Im Gegensatz zu früher steht uns heute eine sehr gute Technik
zur Umsetzung unserer Wünsche von den unterschiedlichsten Zubehör Herstellern
zur Verfügung. Wasserpflanzengärtnereien haben Systeme entwickelt, mit denen es
möglich ist, auch ohne große Vorkenntnisse, die richtigen Wasserpflanzen zu
erwerben. Nummern und Buchstabenkombinationen machen die Auswahl eindeutig und
unfehlbar. Kataloge und kleine Anstecker an den Wasserpflanzen liefern
die entsprechenden Informationen über die Bedürfnisse der Pflanzenarten und
Hinweise für die Einrichtung und Plazierung im Aquarium. Aber leider kommt es bei einer Vielzahl von Einsteigern aber auch bei „Alten Hasen“ immer
wieder zu echten Fehlschlägen, die oft dann zur Aufgabe des Projektes führen.
Woran kann das wohl liegen? In der Regel sind solche Pannen auf „wenig Euro in
großem Geldbeutel“ oder „totale Selbstüberschätzung des aquaristischen Könnens“
die Ursachen. Leider werden oft die besten Gebrauchsanweisungen der
professionellen
Aquarianer von uns überarbeitet, denn wir meinen oft:
so manches kann man sich durchaus verkneifen und ist sowieso nur
Geldschneiderei.Es ist durchaus möglich, dass ein erfahrener
Unterwassergärtner sich das eine oder andere ersparen kann und er durch seine
langjährige Erfahrung so manche Ausgabe minimiert. Aber das ist bei Neulingen
auf diesem Gebiet leider nicht möglich. Aus meiner langjährigen Erfahrung in
der Aquaristik und dem Umgang mit echten Profis auf dem Gebiet kann ich sagen:
Drei billige Fehlschläge sind wesentlich teurer als ein „teurer“ Start nach
Vorschrift.
Ein Pflanzenaquarium sollte eine möglichst große Grundfläche
haben um ein schönes Panorama zu gestalten. Aber auch die Beckenhöhe ist von
großer Bedeutung denn die meisten Pflanzen erreichen eine Höhe von 40 cm und
mehr. Grundsatz: Beckenquerschnitt möglichst quadratisch oder Tiefe größer als
die Höhe.
Bodengrund
Soll in das Becken eine Bodenheizung eingebaut werden, so ist
diese als erstes zu installieren. Leider haben diese Systeme den Nachteil, dass
verwurzelte Pflanzen später nur sehr schwer aus dem Becken entfernt werden
können. Dabei wird fast immer das Heizkabel aus seiner Befestigung gezogen und
ist dann nur schwer wieder neu zu plazieren. Besser sind da schon in der
Bodenscheibe vergossene Heizschleifen oder Heizmatten unter dem Becken.
Die erste Kies-Schicht wird gewaschen und ohne viel Wasser
im hinteren Teil des Beckens verteilt. Der Depotdünger wird mit dem Kies
(Körnung ca. 3-4 mm) im Becken vermischt. Dabei wird die Schicht nur
dahin verteilt, wo später Pflanzen eingesetzt werden sollen. Nun wird mit einer
super sauberen feinen Kiesschicht abgedeckt und bis zur endgültigen Bodenhöhe
aufgefüllt (hinten etwa 8 – 10 cm, vorne 3 – 5 cm). Stufen und Terrassen werden
mit Steinen oder Holz (nicht schwimmend) im Boden eingearbeitet.
Dekoration
Die Dekoration eines Beckens ist zum Großteil
Geschmacksache und sollte so natürlich wie möglich aussehen. Taucher,
Schatztruhen, Schiffswracks oder Totenköpfe erzeugen bei mir allenfalls
Mitleid für den Besitzer eines solchen Beckens. Schöne Steine oder
dekoratives Wurzelholz wirken sehr natürlich und sind biologisch gut
vertretbar. Alles muß nur zuvor gut gereinigt werden. Schwimmendes Holz sollte
gut gewässert werden damit es nicht mehr auftreibt und uns das Gesamtbild
ruiniert. Es gibt auch Hölzer, wie z.B. Mahagoni oder Savannenholz, die
von Natur aus nicht schwimmen. Steine müssen auf ihren Kalkgehalt überprüft
werden. Dazu wird etwas von ph-Wert senkenden Präparaten über den Stein
gegeben. Wenn die Flüssigkeit leicht schäumt gibt der Stein kalkhaltige
Substanzen ans Wasser ab und sollte dann lieber nicht verwandt werden. Steine
aus dem Zoofachhandel sind ohne Bedenken einzusetzen, denn sie wurden
extra für die Aquaristik ausgesucht (Ausnahme Loch- und Tuffgestein). Es ist
ratsam, für ein geschmackvoll gestaltetes Aquarium, mit der Auswahl der
Dekoration maßvoll umzugehen denn nur dann wirkt sie harmonisch.
Die
Bepflanzung
Wie schon zu Anfang beschrieben gibt es von den
Wasserpflanzenanbietern fertige Pflanzpläne mit dazu gehörigen Fotos für eine
schöne Aquariumlandschaft. Auch Einkaufspläne mit den für unterschiedliche
Beckengrößen richtigen Stückzahlen. Aber solche Pläne und Aufstellungen kann
man sich mit etwas Phantasie selbst erstellen. Dabei ist zu berücksichtigen,
dass z.B. eine Mittelgrundpflanze, die etwa 40 cm
hoch wird, in einem kleineren Becken als Hintergrundbepflanzung eingesetzt
werden muß. Kleinere Aquarien sind eigentlich schwieriger zu gestalten als
große Becken. Anfänger oder mit Pflanzenbecken unerfahrene Aquarianer sollten
sich bei der Auswahl der Pflanzen immer für Pflanzen mit geringen
Pflegeansprüchen entscheiden. Erst später, wenn das Aquarium gut eingelaufen
ist, kann man Pflanzen mit höherem Schwierigkeitsgrad einsetzen. Ganz wichtig
ist es, dass die unterschiedlichen Lichtbedürfnisse der einzelnen Arten erfüllt
werden. Diese gilt es auch in der Folgezeit einzuhalten, denn oft wird nicht
bemerkt, dass schnellwachsende Arten sich an der Wasseroberfläche ausbreiten
und den lichtbedürftigen, rasenbildenden Vordergrundpflanzen das Licht
nehmen.
Pflanzendüngung
Für einen guten Wuchs ist die Zugabe von Pflanzendünger von
großer Bedeutung. Die richtige Menge ist sehr schwer zu ermitteln, denn damit
wird der Aquarianer von den Herstellern und dem Handel nur mit sehr vagen
Angaben versorgt. Die Verbraucherinformationen auf den Beipackzetteln geben die
Dosierungen immer auf das Wasservolumen bezogen an. Nur sagt das Beckenvolumen
recht wenig über die Wasserpflanzenmenge und über ihren Bedarf aus. Die Folge
sind oft bei Unterdosierung Mangelerscheinungen und schlechter Wuchs und bei
Überdosierung zuerst zunehmender Algenwuchs und zu Schluß stagnierender
Pflanzenwuchs. Mein Tipp: nach der ersten Woche mit kleiner Dosierung düngen,
dann mit zunehmender Pflanzenmenge die Dosierung erhöhen. Hier ist eine gute
Beobachtung der Pflanzen nötig.Man kann auch nicht erwarten, dass Pflanzen
innerhalb von ein paar Stunden auf veränderte Verhältnisse reagieren. Hier ist
Fingerspitzengefühl und Geduld gefragt. Bei der Zugabe von flüssigem Eisendünger sollte man die
verordnete Wochenration auf Tage verteilen. Nur so steht den Pflanzen dieser
Dünger auch immer zur Verfügung. Große Wochenrationen werden von gut
funktionierenden Filtersystemen schnell abgebaut und erreichen die Pflanzen
daher nur an den ersten Tagen. Sehr gut haben sich Eisengranulate wie z.B. Ferrogan bewehrt. Auch Eisendünger in Form von Gelee haben eine gute
Langzeitwirkung, da sie sich nur langsam im Wasser auflösen.
CO2 Düngung
Gerade bei größeren Aquarien wird man auf lange Sicht nicht auf
eine CO2 Düngeanlage verzichten können. Der Fachhandel bietet eine
vielfältige Auswahl bis hin zur computergesteuerten Superanlage an. Ich möchte
hier die Leistungsfähigkeit einzelner Modelle nicht bewerten.Nur ein Hinweis:
nur Anlagen mit genauen Leistungsdaten und abgestimmten Zubehör erwerben ( z.B.
Nachtabschaltung)! Jede Co2 Anlage sollte in der Wirkungsweise
durch Dauertests überwacht werden, denn nur so ist ein störungsfreier Betrieb
sichergestellt. Anlagen mit großer Vorratsflasche haben den Vorteil, dass der
eingestellte Betriebsdruck lange Zeit erhalten bleibt.
Algen
Leider gehören auch Algen in verschiedener Art zu unserem
schönen Hobby. Algen sind immer vorhanden- auch wenn man sie nicht sieht. Kommt
das Aquarium auch nur etwas aus dem Gleichgewicht werden sie sichtbar. Es ist
dann höchste Zeit den Dingen auf den Grund zu gehen. Oft treten Algen in der
Einlaufphase ( 1- 6 Wochen) eines Aquariums auf, die man aber mit algenfressenden Fischen leicht in den Griff bekommt. Die häufigste Ursache sind
ein Überschuss von Nitrat und Phosphat, die als Ausscheidungsprodukte der
Fische im Wasser angehäuft werden. Ein regelmäßiger Wasserwechsel von etwa 30%
alle 2 Wochen bei Aquarien ab etwa 200 Liter entfernt die Abbauprodukte und
hemmt den Algenwuchs. Kleinere Becken benötigen etwas mehr Pflege: ca. 30%
Frischwasser jede Woche. Die elegantere Methode Nitrat und Phosphat
aus dem
Wasser zu entfernen, ist der Einsatz von speziellen Filtermaterialien wie Anti-Phos oder Green-EX. Diese Kunstharze haben im Filter eine lange Standzeit
und halten den Algewuchs in Grenzen. Algenkiller, also Präparate die Algen
chemisch vernichten, lehne ich grundsätzlich ab, den die meisten machen keinen
Unterschied zwischen Pflanzen und Algen. Zudem wird das gestörte Milieu noch
stärker durch abgestorbene Substanzen belastet. Die Ursache für übermäßigen
Algenwuchs bekämpfen die Mittel schon gar nicht.
Merke:
Wer keine Algen hat, versteht sein Aquarium - Wer
Algen hat, muss noch etwas lernen! (kleiner Spaß)
Licht
und Filterung
Diese beiden Bereiche habe ich bewusst nicht ausgeführt, da die
handelüblichen Abdeckungen technisch gut ausgestattet sind und die Hersteller
der Leuchtstoffröhren eine reichhaltige Auswahl an Lichtfarben bereithalten.
Auch das Angebot an Filtern ist hervorragend, so dass für jede Beckengröße der
richtige Filter erhältlich ist
Hans Hirsch

Internet –
Ein gutes Forum für Aquarianer?
Nachdem wir mit unserer Homepage im Internet (übrigens Eckhard hat das
wie ich finde supertoll gemacht und sollte mit Lob wirklich überhäuft werden!)
vertreten sind, muß die Frage natürlich mit „ja“ beantwortet werden. Aber außer
unserer Homepage gibt es ja noch jede Menge anderer Seiten, die sich mit
unserem Hobby befassen. Letztes Jahr hatte ich ein paar Stunden da drin
`rumgestöbert und möchte von meinem Frust berichten.Vorweg muß ich sagen, daß ich ein ziemlicher „Computer-Laie“ bin
und sicherlich bei meiner Stöberei einige Fehler gemacht habe und die
Suchbegriffe nicht immer genau genug wählte. Im Jahr 2000 wuchs bei mir das Interesse an einer schönen
Guppy-Zuchtform. Die sollte reinerbig und eben schön sein. Von Rüdiger Götze
habe ich den Tip bekommen, im Internet nach Anbietern zu schauen. Ich habe
gemacht und getan, doch außer gewerblichen Anbietern, die mir sehr nach
Geschäft und wenig seriös erschienen, hatte ich nichts gefunden. Anscheinend
hatte ich die falsche Suchmaschine und falsche Suchbegriffe benutzt oder mich
schlicht und einfach zu paddelig angestellt. Jedenfalls hatte ich nach
insgesamt 3 bis 5 Stunden Suche nichts gefunden, was mich meinem Ziel näher
gebracht hätte. Mittlerweile bin ich übrigens gar nicht mehr so scharf auf Hochzucht-Guppies. Übrigens Rüdiger hatte seinerzeit einen Privatanbieter von
schönen Zuchtformen gefunden und ist extra mit der Bahn nach Berlin gefahren,
um sich reinerbige, schöne Tiere zu holen. In Berlin angekommen, hatte er bei
dem Menschen wirklich schöne Guppy-Männchen gesehen. Die Weibchen hingegen
schwammen alle in einem großen Becken, alle verschiedene Stämme in einem
Becken. Zusätzlich in diesem Becken schwammen aber auch zwei kleine Feld- und
Waldmännchen!!! Daß Rüdiger nicht mit einer Klage wegen Beleidigung und/oder
Körperverletzung im Gepäck die Rückfahrt angetreten hat, war meiner Meinung
nach reiner Zufall und Glück für diesen „Züchter“.Meine nächste Suche startete ich, als ich vergeblich versuchte,
meine Corydoras schwartzii zum Ablaichen zu bewegen. Vielleicht ließen sich ja
nützliche Tips (nur mit einem „p“ aus Protest gehen die Rechtschreibreform!)
finden. Diesmal hatte ich mehr Glück und fand einen Aquarianerfreund in Bayern,
mit dem ich in einen regen eMail-Austausch eintrat. Abgesehen davon, daß auch
diese Tips nicht fruchteten, fand ich meine eMails auf einer anderen Homepage
von dem Bayern wieder. Da stellte sich heraus, daß er ein „Professioneller“
war, der gewerblich Pflanzen, Fische etc. verkaufte und durch eingegangene eMails in Form von Anfragen an ihn seine große Fachkompetenz
darstellen wollte,
und so wahrscheinlich seine Geschäfte ankurbeln wollte. Über diese
Veröffentlichungen war ich natürlich nicht erfreut, denn ich kam mir
verschaukelt vor, dienten doch meine Fragen nur seinem Geschäft. Er hätte mich
zumindest fragen müssen. Auch durch sonstiges Herumstöbern landete ich eigentlich meistens
immer nur bei gewerblichen Anbietern. Mein Frust ist ziemlich groß und ich
nutze das Internet für aquaristische Fragen nicht mehr. Als mein persönliches
Fazit ziehe ich, daß die Vereine sich stärker im Internet präsentieren sollten
und via Internet, Suchenden mit Rat und Tat zur Seite stehen sollten. Das
erfordert natürlich viel Zeit und Arbeit. Wieder einmal ist der Zierfischclub
Bremen e.V. mit seiner Homepage und dank der enormen Arbeit von Eckhard in eine
Vorreiterrolle geschlüpft.
Nun gilt es, Eckhard in seiner Arbeit zu
unterstützen.
MatthiasFischer

Zuchtbericht über Cambarellus shufeldtii
Von einem befreundeten Aquarianer, den ich auf unseren
Börsen kennengelernt habe, hatte ich im September 2001 fünf erwachsene und zwei
kleine Louisiana-Zwergflußkrebse erstanden. Diese kleinen, wie „richtige“
Langusten aussehenden Krebse hatten es mir gleich angetan. Cambarellus shufeldtii sind rötlich braun bis grau, die Weibchen
sind deutlich stärker pigmentiert. Im Internet fand ich einen Bericht über diese
Krebschen. Danach werden die Weibchen etwa 30 mm und die Männchen etwa 25 mm
groß. Nach meiner Beobachtung werden die Tiere jedoch ein wenig größer. Die
Weibchen sind bei mir im Alter doch Richtung 5 cm groß,
dagegen bleiben die Männchen mit 4 cm ein beträchtliches Stückchen kleiner.Die Krebse hältere ich ohne viel Tamtam in einem kleinen Becken
(30 x 40 x 25 cm) bei ca. 24 ° C und einem pH von 7,0 bis 7,8. Die Gesamthärte
beträgt etwa 14 – 16 °. Das Becken sollte mit vielen Versteckmöglichkeiten
eingerichtet sein.
Bei mir verwende ich sehr viel Javamoos und kleine
Bambusröhrchen mit verschiedenen Durchschnitten. Gerade die Röhrchen scheinen
mir sehr wichtig, denn hierin ziehen sie sich zurück, strecken ihre Scheren raus
und verteidigen so ihre Behausung. Da sie sich von Zeit zu Zeit häuten und nach
der Häutung der Panzer für einige Stunden sehr weich und damit anfällig ist,
benutzen sie solche Höhlen auch, um sich von den Strapazen der Häutung und
aufdringlichen anderen Krebsen zu schützen. Trotzdem kann es schon einmal
vorkommen, daß das ein oder andere Beinchen oder eine Schere bei
Auseinandersetzungen verloren geht. Nach der nächsten Häutung ist vorher
Fehlendes jedoch wieder da. Ich füttere normal, daß heißt es gibt 6 mal pro Woche
Bodentabletten, Flockenfutter, dann und wann Frostfutter. Laut Literatur sollte
auch mit totem Eichenlaub gefüttert werden, was ich bislang noch nicht gemacht
habe und dabei keine Mangelerscheinungen festgestellt habe. Wo da der Sinn
liegt, weiß ich nicht. Aber anscheinend ist es auch nicht notwendig.
Achtung: Zart Beseidete bitte jetzt nicht weiterlesen: Als Bonbon
gibt es jeden 2. Tag an der Scheibe zerdrückte Posthornschnecken! Sofort stürzen
sich die Zwergkrebse auf das Schneckenfleisch und im dichter besetzten Becken
beginnt ein harter Kampf um diese Leckereien mit vielen Drohgebärden,
Schiebereien und sonstigen Formen der Auseinandersetzung. Zur Alterserwartung kann ich noch nicht viel sagen. Laut
Internet-Angaben liegt sie bei etwa zwei Jahren. Ich denke, die Altersgrenze
hängt stark ab von der Hälterungstemperatur, die angegeben wird mit10 °C bis 30
°C; der Hauptbereich sollte zwischen 20 °C und 25 °C liegen. Die Zucht ist sehr einfach, aber auch sehr interessant. Das
Männchen schlendert so beiläufig am Weibchen vorbei, tickt 3, 4 mal mit seiner
Schere auf dem Panzer des Weibchens, das sich sodann auf den Rücken dreht. Mit
dem Paarungsstachel direkt hinter dem letzten Laufbeinpaar übergibt das Männchen
das Spermienpaket. Danach verharren beide noch 3 – 5 Minuten und gehen dann
wieder ihrer Wege.Dieses Verhalten scheint mir auch für Menschen recht interessant,
ist es doch sehr unkompliziert und die Männer müssen nicht immer nett und
charmant sein. Aber das ist nur so ein Gedanke, der mir bei der Beobachtung der
Krebse so in den Kopf kam ....
Die Weibchen tragen die dunklen Eier etwa 3 Wochen unter dem
Hinterleib und drehen sie mit ständigen Bewegungen. Nach dem Schlüpfen werden
die etwa 3 – 4 mm großen Jungtiere noch 2 Tage getragen. Danach sind sie auf
sich allein gestellt. Das Weibchen häutet sich nach dem Vorgang und trägt sehr
bald wieder 10 – 30 Eier. Die Jungtiere sind sehr schnellwüchsig und haben nach
2 Monaten bereits eine Größe von 2,5 – 3 cm erreicht. Bereits mit dieser Größe
tragen auch die jungen Weibchen schon wieder Eier.
Matthias Fischer

Apistogramma eunotus und moae
Eine Beschreibung mit dem Versuch der
Artenabgrenzung
Schön, das wir sie haben: Unsere Vereinszeitung! Gibt sie uns doch die
Gelegenheit, Einblicke darüber zu erhalten, was die lieben Vereinskollegen im
Rahmen der Aquaristik so treiben. Somit dürfen wir immer wieder auch
interessante Pflege- und Erfahrungsberichte über Arten lesen, die nicht selten
für viele unbekannt sind oder bis dahin unbeachtet waren. Gerade von solchen
Berichten können die sogenannten „grauen Mäuse“ in der Aquaristik profitieren.
Sei es, um die Art selber und/oder ihre oftmals interessanten Verhaltensweise
vorzustellen, oder einfach die persönliche Erfahrung weiterzugeben. Nicht selten
stellt der Leser dabei fest, daß die „grauen Mäuse“ gar nicht mehr so grau sind.
Ausdauernde aquaristische Arbeiten lassen oftmals solche Tiere in
farbenprächtige, attraktive Fische „verwandeln“.
Vor diesem Hintergrund möchte ich in dieser Ausgabe zwei Arten
vorstellen:
Apistogramma eunotus („Hochrücken“-Zwergbuntbarsch,
Kullander 1981) und
Apistogramma moae
(Orangenstreifen“Apistogramma, Kullander 1980).
Zunächst einmal einige Worte zur Unterscheidung dieser Arten.
Gelegentlich bietet der Handel A eunotus an, wenn auch leider oftmals nicht die
schönsten Representanten dieser Art. Im vergangenen Jahr wurde mir mehrmals
erzählt, A. moae sei in der Zoohandlung angeboten wurden; nicht wenige haben
dieses Angebot wahrgenommen und sich diesen Fisch in verschiedenen Handlungen
gekauft. Mit fast 100%-iger Sicherheit möchte ich behaupten, dass es sich dabei
nicht um A. moae gehandelt haben wird. Vielmehr wurden A. eunotus angeboten und
als A.moae verkauft. Beide Arten werden verwandtschaftlich in die A.
regani-Gruppe gestellt und bilden zusammen mit A. cruzi den A.eunotus-omplex. Man kann bereits erahnen:
A. eunotus und A. moae sehen sich sehr ähnlich – zumindest bei einem flüchtigen
Blick. Tatsächlich lassen sich diese Arten deutlich unterscheiden, meine ich. In
meiner Zuchtanlage habe ich ohne Hintergedanken A. moae in einem Becken direkt
neben A. eunotis untergebracht. Beide Zuchtbecken (50x40x30 cm) wurden wie
üblich eingerichtet: dunkler Bodengrund 2-3 halbierte Kokosnussschalen als
Bruthöhle, etwas Javafarn und Javamoos als Bepflanzung, Wasserwerte bei pH 6 und
100 Mikrosiemens. Beide, vom Handel so gerne verwechselten Arten, ließen sich
nun gut
beobachten und vergleichen. Bei der Unterscheidung sollte man auf
folgendes achten: A. moae zeigt ausgeprägter als A. euotus auf dem vorderen Teil
des Unterkörpers Fleckenreihen, die auch als kleine Punktreihen zu sehen sein
können und sich bei besonders schön gefärbten Tieren zudem auf den hinteren Teil
des Körpers verteilen. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zum A. eunotus
ist, dass A. moae ein deutlich breiteres Längsband aufweist. A. moae fehlt der
Brustfleck und hat keine Unterbauchstreifen. Innerhalb der Gattung gilt A. moae
als schwierig zu bestimmende Form. Die Art weist leider kein einzelnes typisches
Merkmal auf. Damit ist eine Artzuordnung ohne dem Risiko einer Verwechslung
problematisch. Die Kombination verschiedener Merkmale ermöglicht jedoch die
Identifizierung. Erwachsene Männchen weisen wie erwähnt rotorange Punkte
unterhalb des Längsbandes zwischen Afterflosse und Kopf auf. Häufig sind diese
auch auf den Kiemendeckel zu sehen. A. moae ist hochrückig, seitlich
zusammengedrückt (besonders das Weibchen) und weist keine auffälligen von der
Grundform abweichende Flossen auf. Der Körper kann metallisch glänzend sein. Ein
Seitenfleck ist nur selten angedeutet. A. moae hat einen runden
Schwanzwurzelfleck, der bei A. eunotus oftmals länger gestreckt ist. Ein
Brustfleck, der bei A. eunotus oft sehr deutlich ist, fehlt. Männliche
ausgewachsene A. eunotus sind hochrückiger als A. moae. Typische
Bestimmungsmerkmale von A. eunotus sind außerdem: gerundete Schwanzflosse, das
dünne und nur zeitweise erkennbare Längsband, eine Rückenflosse ohne verlängerte
Membranen. Wir dürfen sicher sein, dass der „echte“ A. moae von nur sehr wenigen
Züchtern in Deutschland gehalten wird. Die Haltung und Zucht
lässt sich schnell zusammenfassen. Beide Arten sollten „apistogrammagerecht“
gehalten werden. Haltung paarweise in einem wie oben beschriebenen Zuchtbecken
oder zum Bestaunen in einem schön eingerichteten Pflanzenschaubecken, welches
viele Versteckmöglichkeiten in Form von Höhlen, Wurzeln, dichter Bepflanzung
beinhalte sollte. In einem solchen Becken lassen
sich gerne auch gut mehrere Weibchen mit einem Männchen beobachten, die in einem
ruhigen Becken zur vollen Farbentfaltung kommen. In einem größeren Becken lassen
sich durchaus auch zwei Männchen halten. Zur Haltung sollte der pH-Wert nicht
im alkalischen Bereich liegen, der Leitwert kann durchaus der unseres
Leitungswassers sein
(nicht höher als 500 Mikrosiemens), wobei
geringere Werte zu empfehlen sind; eine Temperatur zwischen 24 und 27°C ist
empfehlenswert. Für den Zuchtansatz sind anfangs beschriebene Wasserwerte zu
bevorzugen. In der Ernährung gehören
diese zwei Zwerge zu den anpassungsfähigeren Arten; d.h. auch industriell
gefertigtes Futter wird genommen.Dies sollte aber auf ein Minimum beschränkt
werden. Hat man es nicht gerade lebend zur Hand, sollte man zumindest auf
Frostfutter
zurückgreifen. Lebende Cyclops stellen jedoch der Erfahrung
nach, das wertvollste Futter dar. Die Zucht entspricht dem für Apistogramma
bekannten Muster, d.h. die Eier werden an der Höhlendecke abgelegt, Männchen und
Weibchen betreuen das Gelege, wobei sich das Männchen überwiegend um die
Revierverteidigung bemüht. Nach ca. 10 Tagen beginnt das Weibchen die Jungtiere
aus der Höhle zu führen. Erfahrene Zuchttiere beider Arten pflegen lange und
intensiv, wenn man sie lässt... Zur Aufzucht bieten sich frisch geschlüpfte Artemien sowie durchgesiebte Cyclops an. Dem (für Apistogramma recht schnellem)
Wachstum der Jungfische sollte die Größe des Futters angepasst werden.Denkt man beispielsweise an A. eunotus als Wildform so denkt am
an einen grauen, relativ unscheinbaren Zwergbuntbarsch. Heute lassen sich
in den Aquarien der Züchter A. eunotus Männchen als Apistogramma bewundern,
dessen Schwanz- und Rückenflosse rot/orange ausgefärbt ist.
Rötliche Ansätze lassen sich auch an der Brustflosse sowie an den Kiemendeckel erkennen.Die Schuppen des Körpers oberhalb der Bauchregion schimmern bläulich.Die Rückenflosse ist oftmals ausgezogen. Was für ein herrliches Tier! Auf dem
Foto ist mein A.eunotus Zuchtmännchen zu sehen. Mit diesem Fisch wurde aquaristisch jahrelang gearbeitet, um solche Ergebnisse zu
erzielen. Ich bin davon überzeugt, das sich
A. eunotus in den nächsten Jahren
noch farblich attraktiver zeigen wird.
Denken wir in diesem Zusammenhang an A. hongsloi...

Apistogramma eunotus
Foto:H. Hirsch
Auch der A. moae, farblich steht er dem A. eunotus noch etwas
zurück, zeigt bei mir in der Anlage durchaus schöne Farbansätze. Die männlichen
Tiere meiner Nachzuchten zeigen einen deutlichen Rotanteil in After-, Rücken-
und Brustflosse. Mit der Entwicklung der Nachzuchten beider Arten bin ich schon
sehr zufrieden. In den nächsten Jahren werde ich mit diesen Arten jedoch weiter
intensiv arbeiten. Dieser Bericht soll etwas dazu beitragen, das Interesse an Arten, die
oftmals m Börsenbecken oder einer anderen Verkaufsanlage
unscheinbar aussehen,
zu wecken. Unscheinbar sind meine A. eunotus längst nicht mehr. Das Studium des
Verhaltens beider Arten lohnt sich sowieso. Schöne Nachzuchten beider Arten kann
ich momentan an den interessierten Aquarianer abgeben.
Sven Stahmer

Corydoras sterbai
Der Corydoras sterbai
wurde 1962 von Knaack zum ersten Mal beschrieben. Beheimatet ist dieser Wels in
Brasilien, im oberen Rio Guaporé in der Umgebung von Pontes e Lacerda. Eine
Größe von 6 cm ist bei diesem Wels keine Seltenheit. Bei einer Temperatur von 23 bis 28° Grad C kann dieser Wels gehalten werden. Die Kopfform ist kurz und
gedrungen und die Körpergrundfarbe dunkelgrau.Zur Zucht setze
ich 2 Männchen und 1 Weibchen in einem Becken (60/30/30) an.
Der Boden wird
mit Quarzsand bedeckt. Gefiltert wird mit einem Luftbetriebenen Schwammfilter.
In den nächsten
Tagen werden die Welse mit verschiedenen Futtersorten (Mückenlarven, Enchyträen,
Grindalwürmern, und andere guten Futtersorten gefüttert. Nach dem 5. Tag wird
ein strammer Wasserwechsel durchgeführt.

Corydoras Sterbai
Foto: H.Hirsch
Das Becken wird
mit temperierten Wasser (21°C) wieder befüllt. Mit einem Regelheizer wird das
Wasser langsam auf 27°C erwärmt. In der Regel laichen die Welse am 3. oder 4.
Tag in den Abendstunden ab. Die Befruchtungsrate liegt bei 70 bis 80% und die
Eier haben eine Größe von 1,8 mm. Der Corydoras sterbai heftet 30 bis 200 Eier
an die Scheiben ab. Die Welse schlüpfen bei 25°C nach ca. 4 Tagen. Die
Futteraufnahme beginnt nach 2 bis 3 Tagen. Als Erstfutter werden frisch
geschlüpfte Artemien Nauplien verfüttert. Es ist ganz wichtig das frisch
geschlüpfte Artemien verfüttert werden, denn mit älteren Artemien können die
Welse nicht fertig werden.Ich habe beobachtet, dass die kleinen Welse nach
Fütterung mit älteren Artemien absterben. Dieses habe ich öfters beobachtet und
dadurch einige Nachzuchten verloren. Die Jungwelse
wachsen bis zu 1,5 cm sehr schnell, danach muss man viel Geduld aufbringen, bis
die Welse eine Größe von 3,5 cm haben.
Peter Franzek
Literaturnachweis
Die faszinierende Welt der Corydoras
Werner Seuß
Landbuchverlag

Schneckencichliden im Aquarium
Seit nunmehr 20 Jahren beschäftige ich mich, neben anderen
Cichlidenarten, in erster Linie mit der Haltung, Zucht und Verhaltensforschung
von Schneckencichliden aus dem Tanganjikasee. Auf diese Weise kommt eine ganze
Menge an Erfahrung zusammen. Es ist keinesfalls so, dass sich alle Arten in den
verschiedenen Gattungen in ihren Lebensgewohnheiten gleichen. Den meisten Aquarianern sind nur sehr wenige Schneckencichliden bekannt. Darüber hinaus
wird häufig die Ansicht vertreten – kennst du eine Art – kennst du alle. Diese
These ist völlig falsch. Nur wenige Arten zeigen ähnliche Verhaltensstrukturen
und innerartlich gibt es auch noch unterschiedliche Charaktere.In den Gattungen Altolamprologus, Lamprologus, Neolamprologus,
Lepidiolamprologus und Telmatochromis kommt es bei einigen Arten zu
Schneckenbrutverhalten. Diese Arten kommen in Tiefen zwischen 1 und etwa 100
Metern Wassertiefe vor. Das Wasser des Tanganjikasee hat eine Gesamthärte von
etwa 12 º und einen pH-Wert von 7,5 und mehr. Die Temperatur liegt bei
durchschnittlich 26 Grad.Es ist mir natürlich hier nicht möglich, über alle
Besonderheiten der von mir bis zu diesem Zeitpunkt gehaltenen und gezüchteten
Arten ausführlich zu berichten. Daher werde ich im Folgenden über drei
verschiedene Arten kurz berichten, die vielleicht ein wenig neugierig machen.
Das
Aquarium für Schneckencichliden
Beckengröße: ab 60 cm
Technik: kräftiger Filter mit einer Umwälzung von etwa dem 3-
bis 4-fachen des Beckenvolumens
Wassertemperatur: 26 bis 27 Grad
Bodengrund: feiner Quarz- oder Lotsand etwas 4 - 6 cm hoch
Dekoration: Steinaufbauten im hinteren Beckenteil
Lamprologus ocellatus „Silver Stream“ Steindachner 1909
Lamprologus ocellatus ist im Grunde eine der ersten Arten, die
hier als Schneckencichliden bekannt geworden sind. Schon Anfang der 80er Jahre
gab es die ersten Importe für die Aquarianer in Deutschland. Die zu dieser Zeit
gepflegten Vertreter kamen aus Burundi, dem nördlichen Teil des Sees.
Inzwischen sind Gold-ocellatus, Blue-Isanga und Yellow-fin aus Sambia bekannt
geworden. Die Ortsvariante Silver Stream hat eine braunbeige Grundfärbung mit
einer bläulichen Zone im zentralen Bereich der Flanken. Die Geschlechter
unterscheiden sich zum einen von der Größe her, da die Männchen etwa 50 mm und
die Weibchen ca. 45 mm groß werden. Zum Anderen zeigen die Weibchen im
hinteren Teil der Dorsale einen weißlichen Saum, der beim Männchen gelblich
ist. Mittlerweile sind fünf unterschiedlich gefärbte Varianten bekannt
geworden. Der „Silver Stream“ kommt aus dem südlichen Teile des Sees und ist
wohl die farblich attraktivste Entdeckung der letzten Zeit.
Möchte man sich mit der Haltung und Zucht von Lampr. ocellatus
befassen, so reicht für ein Pärchen schon ein Aquarium von 60 cm Kantenlänge
aus. Ein paar Steinaufbauten im Hintergrund des Beckens und feiner Lotsand als
Bodengrund reicht als Einrichtung vollkommen aus. Ein Innenfilter und ein
Regelheizer stellen eine gute Wasserqualität mit einer Temperatur von 26 Grad
sicher. Lampr. ocellatus benötigt pro Tier mindestens ein Schneckenhaus.
Gehäuse der Neothaumaschnecke aus dem Tanganjikasee stehen leider nicht immer
zur Verfügung, daher können auch alternativ Gehäuse der Weinbergschnecke
eingesetzt werden. Die Gehäuse werden so in das Becken gelegt, dass sie etwa 20
cm Abstand zueinander haben. Das Eingraben und Ausrichten der Gehäuse
übernehmen die Tiere dann schon selber. Dieses ist auch gleich der Moment, den
man als Pfleger nicht versäumen sollte. Mit einem enormen Aufwand an Kraft
werden unter den Gehäusen Gruben ausgehoben und die Gehäuse so gedreht, dass
die Tiere später horizontal in das Innere des Gehäuses gelangen können. Hat das
Schneckenhaus in der Grube seine optimale Position eingenommen, wird wieder
Sand über das Gehäuse gewedelt und geschaufelt, so dass nur noch der Eingang im
Sand sichtbar ist.Bei dieser Prozedur kann es zwischen den Männchen und
Weibchen zu kleineren aber ungefährlichen Raufereien kommen. Rückt das Weibchen
mit seiner Behausung zu weit in das Männchenrevier, so wird das Männchen dem
Weibchen das Gehäuse kurzer Hand wieder zuschaufeln. Daher ist es zu empfehlen,
ein paar mehr Schneckenhäuser zur Auswahl anzubieten. Hat das Paar sich nach
etwa zwei Wochen eingelebt, wird im Gehäuse des Weibchens abgelaicht. Tief im
Inneren werden etwa 20 – 40 Eier,
je nach Alter des Paares, vom Weibchen
abgelegt und vom Männchen befruchtet. Nach 3 Tagen schlüpfen die Larven aus den Eihüllen und werden noch etwa eine Woche vom Weibchen weiter betreut. Ständig
wird durch kräftiges Fächeln den Larven sauerstoffreiches Wasser zugeführt. Am
10. Tag nach der Eiablage erscheinen die Jungfische das erstemal am Eingang des
Schneckenhauses. Dort werden sie vom Weibchen bewacht. Abends kehren die
Jungfische immer in die Wohnhöhle zurück. Mit zunehmendem Alter unternehmen die
Jungen immer weitere Ausflüge um das Schneckenhaus herum und wechseln
gelegentlich auch in das Männchenrevier.Oft kann man auch beobachten, das die
Jungfische in dem Schneckenhaus des Männchens untergebracht sind. Die Ernährung
der Jungfische kann mit frisch geschlüpften Artemien oder feinem Staubfutter
aus der Dose sichergestellt werden. Sind die Jungfische etwa vier Wochen alt,
kann es vorkommen, dass das Weibchen wieder laichbereit ist. Dann werden sie
aus dem Weibchenrevier vertrieben.
Ein kleiner Teil kommt beim Männchen
noch einige Zeit unter, der größte Teil ist aber auf sich gestellt. Zur
weiteren Aufzucht sollten sie in einem separaten Becken untergebracht werden.
Beim Herausfangen wird eine weitere Besonderheit dieser Art sichtbar. Die
Jungfische können blitzschnell im feinen Bodengrund verschwinden und kommen
erst nach ein paar Minuten wieder zum Vorschein.

Lamprologus ocellatus
„Silver Stream“
Foto: Hans Hirsch
Eine weitere interessante Art ist
Neolamprologus brevis - Boulenger 1899. Auch von dieser Art sind unterschiedliche Ortsvarianten
bekannt und
verbreitet. Die Grundfarbe besteht aus deinem dunklen Beige mit zahlreichen
feinen Querstrichen auf dem Körper. Am Kopf sind zudem blaue Linien sichtbar.
Grundsätzlich unterscheiden sich die südlichen Varianten durch eine Zeichnung
der Schwanzflosse von den nördlichen Vertretern dieser Art. Leider wird Neol. brevis oft mit Neol. calliurus verwechselt. Ein deutliches
Unterscheidungsmerkmal ist die gegabelte Schwanzflosse bei Neol. calliurus.
Möchte man sich mit Neol. brevis beschäftigen, sind die
Anforderungen bei der Unterbringung ähnlich wie bei Lampr. ocellatus. Nur bei
der Anzahl der Schneckenhäuser gibt es große Unterschiede, denn diese Art
benötigt pro Paar nur ein Schneckenhaus, das so in den Bodengrund eingegraben
wird, daß die Tiere senkrecht in das Gehäuse eintauchen können . Die
Geschlechter lassen sich leicht unterscheiden, denn alleine der
Größenunterschied ist ganz beträchtlich. Die Männchen werden etwa 55 mm groß, während die Weibchen schon mit ca 35 mm ausgewachsen sind. Diese Art hat von
allen Schneckencichliden die engste Bindung ans Schneckenhaus, indem sie bei
der kleinsten Störung sofort verschwinden. Das Weibchen entfernt sich nur sehr
selten weiter als 10 cm von der Wohnhöhle um bei Gefahr sofort als erstes zu
verschwinden. Das Männchen folgt sofort nach. Dieser Umstand ührte in den
ersten Jahren des Imports auch dazu, dass nur Männchen gefangen wurden, da die
Fänger nur die Männchen aus den Gehäusen schüttelten und die Weibchen mit dem
Schneckenhaus im See ließen. Die Nachzucht erfolgt in der ersten Phase ähnlich
wie bei Lampr. ocellatus. Auch die Jungfische dieser Art benötigt bis zum
ersten Erscheinen am Eingang der Bruthöhle etwa 9 bis 10 Tage. Haben die
Jungfische, die auf dem Bodengrund aufgrund ihrer Farbe und Größe nur sehr
schwer zu erkennen sind, die Bruthöhe verlassen,kehren sie nur sehr selten
wieder zurück. Die Brutpflege der Eltern beschränkt sich lediglich auf die
Verteidigung des Revieres gegen schwache Freßfeinde. Bei Gefahr sinken die
Jungen sofort reglos zu Boden und bewegen sich erst wieder, wenn die Gefahr
vorbei ist.

Neolamprologus brevis „Sun Spot“
Foto: Hans Hirsch
Zum Abschluß möchte ich die Leser noch mit einer weiteren
interessanten Art bekannt machen.
Auch innerhalb der Gattung Telmatochromis
kommt es zu Schneckenbrutverhalten.
Ich möchte hier
Telmatochromis
burgeoni - Poll 1942 vorstellen. Im
Gegensatz zum üblichen Erscheinungsbild der Gattung Telmatochromis ist T.
burgeoni nicht langgestreckt sondern eher kurz und gedrungen. Auch die
kontrastreiche hell/dunkel Färbung sucht man T. burgeoni vergeblich. Die
Geschlechter lassen sich auch bei dieser Art anhand der Größe leicht
unterscheiden. Die Männchen können eine Länge von etwa 9 cm erreichen. Die
Weibchen bleiben da mit etwa 5 – 6 cm deutlich kleiner. In der Färbung
unterscheiden sich die Geschlechter nicht. Bei der Beckengestaltung sollte man
auf ausreichende Steinaufbauten in der Nähe der Schneckengehäuse achten, da das
Männchen aufgrund seiner Körpergröße im Alter nicht mehr in ein Schneckenhaus paßt. Diese Art kann daher als eine Zwischenstufe in der Entwicklung zum Schneckenbrutverhalten angesehen werden. Bei der
Reviergestaltung graben die Tiere unter den Schneckengehäusen eine Grube, so
dass möglichst viele Gehäuse darin absinken.Das Laichverhalten ist ähnlich dem
der zuvor beschriebenen Arten. Auch die Zeitabläufe der Larvenentwicklung
verhalten sich ähnlich. Die Besonderheit bei Tel. burgeoni besteht im
Wesentlichen darin, dass diese Art dazu neigt, bis zu drei Generationen ihrer
Nachkommen im Revier zu dulden, ohne dass es zu größeren Ausfällen kommt. Erst
dann kommt es zum Verstoß der ältesten Generation, die dann eigene Reviere mit
großer Distanz zum Elternrevier bilden. Die Ernährung dieser Art ist nicht sehr
schwierig. Auch hier sollten in Abwechslung, wie bei allen anderen Schneckencichliden, Insektenlarven als Frostfutter und Trockenfutter mit
Grünflockenanteil gegeben werden.In all den Jahren meiner Beschäftigung mit den Schneckencichliden habe ich weit über 20 Arten und Ortsvarianten gepflegt und
gezüchtet ohne dass ich es als langweilig empfunden habe. Im Gegenteil – mich
haben die unterschiedlichen Lebensgewohnheiten immer wieder begeistert. Ich bin
überzeugt, dass sich das auch in Zukunft nicht ändern wird. Sollte jemand
Interesse verspüren, es einmal mit Schneckencichliden zu versuchen, würde ich
mich freuen und helfe auch gerne bei Problemen weiter.
Aber Vorsicht – eine gewisse Suchtgefahr besteht schon!
HansHirsch

Aquaristik – Hobby
……oder Sucht???
oder gar nur Kommerz????
Ein kleiner Junge (10 Jahre alt) bekommt ein 60-cm Aquarium geschenkt. Er
ist so begeistert, dass er vom „Virus Aquaristikus“ befallen wird. Voller
Neugier versucht er sich Wissen über seine neuen Pfleglinge (Guppies,
Schwertträger und Platies) anzueignen und sie auch zuvermehren. Bei
Wasserwerten von ca. 40°GH und einem ph-Wert von etwa 7,6 ist das auch kein
Problem. Das Futter wird in den nahegelegenen Tümpeln gefangen. So mancher
ungewöhnlicher Beifang (Molche, Kaulquappen u. ä.) landet im Gurkenglas. So
wird auch das Interesse an der Umwelt geweckt. Voller Stolz fragt er im
nächsten Zoogeschäft, ob die Nachzuchten erworben werden. Der Händler sieht
den Jungen in seinem Enthusiasmus und nimmt die Fische für eine Dose Futter
entgegen. So geht es einige Male und es entwickelt sich so etwas wie eine
freundschaftliche Beziehung zwischen den Beiden. Sehr viel Zeit verbringt
der Junge nun im Aquariengeschäft. Er löchert den Fachmann mit allen
möglichen und unmöglichen Fragen, so lernt er GH, KH, ph-Wert, Nitrit,
Nitrat und viele andere Dinge kennen. Jede verfügbare Literatur wird
förmlich verschlungen. Für die Nachzuchten werden jetzt nützliche Dinge wie
Heizer und Filter erworben. Auch die ersten Bücher und Zeitschriften kommen
dazu. Gleichgesinnte mit denen man sich austauschen kann gibt es noch nicht.
Irgendwann bekommt er ein zweites Aquarium. Der Wunsch nach anderen Fischen
erwacht. Bald schwimmen Salmler und auch ein Skalar in dem neuen Becken.
Bei einem Besuch bei einem Spielkameraden sieht er ein großes Aquarium (ca.
200l) im Garten stehen, voller Müll. Man war froh dass sich jemand für
diesen Kasten interessiert und der Junge bekommt es geschenkt. Mit einem
Handwagen wird das schwere Teil nach hause gebracht. Ablehnung und Bedenken
werden beseitigt. Die Neuerwerbung wird mühselig Instand gesetzt. Endlich
können Fische im größeren Stil vermehrt werden.
Die Jahre vergehen, der Junge wird älter. Das erste Geld wird verdient und
es werden nach und nach noch einige Aquarien angeschafft. Da die Qualität
seiner Lebendgebärenden gut ist, findet er immer dankbare Abnehmer. Mit dem
so erworbenen Geld wird die Technik in den nun vorhanden 10 Aquarien
verbessert und vervollständigt. Mit 20 erreicht ihn der energische Ruf von
„Vater Staat“, und er muss zur Bundeswehr. Und die Anlage?? In Einzelteilen
wird sie nach und nach verkauft. Die Literatur wird im Keller eingemottet.
Es folgen acht Jahre bei der Marine, viel unterwegs und kein festes Domizil.
Also ist an ein Weiterführen der Leidenschaft nicht zu denken. Aber egal wo
er ist, jedes Aquariengeschäft, das zu finden ist, wird besucht. Selbst
Vereinsabende von Aquarienvereinen in Flensburg und Sonthofen werden
besucht. So ist er immer im Bilde was in der Aquaristik passiert. Der
Diskusboom geht auch nicht spurlos an ihm vorbei. Wenn schon keine Fische,
dann doch wenigstens Bücher. Schmidt-Focke, Wattley, Degen usw. ..alles
musste her. Diskusjahrbuch alle 20, Diskusbrief, er hat 18 Jahrgänge, TI-
von Band 1 bis heute, Aquarium Heute von Anfang an, DATZ, Das Aquarium..
alles vorhanden.
Endlich … die Bundeswehrzeit ist vorbei und eine erste kleine Wohnung ist
vorhanden. Auch wenn kaum Platz ist, ein Aquarium muss her. 50 cm müssen
genügen, nicht groß aber wenigstens wieder ein Aquarium (sehr zum Leidwesen
meiner Freundin). Bald kommt eine größere Wohnung….. und auch ein größeres
Aquarium. 330l, offen, mit HQL-Lampen, Rieselfilter, Bodenheizung und
CO2-Anlage (da ist die ehemalige Freundin und jetzige Ehefrau nicht sehr
erfreut). Aber das mit viel Liebe eingerichtete Becken ist ein echter
Blickfang, es wird letztlich doch akzeptiert. Auch der kleine Sohn findet
das „lebende“ Bild gut, nichts beruhigt ihn schneller.
Bei einem Bekannten sieht er ein 2000l-Aquarium mit Diskus. Sehr oft sitzt
er bei ihm und hört sich immer wieder die Geschichte des Beckens als
Seewasseraquarium an. Aber das stört nicht der Anblick der traumhaften
Diskus entschädigt dafür. So kommt, was kommen muss… bald
Schwimmen die erasten Diskus im eigenen Aquarium. Da dies nicht ohne
Probleme geht, braucht er Hilfe. Die findet er in einem Aquarienverein.
Endlich Gleichgesinnte mit denen man stundenlang fachsimpeln kann. Er wird
bald Vorstandsmitglied und nicht lange danach Vorsitzender. Auch im
VDA-Bezirk engagiert er sich, ist zeitweise 2.Stellvertreter. Es folgen
aquaristische Weiterbildung z.B. Preisrichter-Schulung für Heimschauen,
Seminar an der tiermedizinischen Hochschule Hannover Fachbereich
Fischkrankheiten und Fischhaltung. Der Sachkundenachweis wird gemacht.
Dann erschüttern die Positivlisten die Heimtierhaltung. Er stellt sich und
sein Hobby bei verschiedenen Umweltorganisationen zur Diskussion. Selbst der
örtlich zuständige Bundestagsabgeordneter ist nicht vor ihm sicher. Aber das
Hobby bleibt noch erhalten.
Umzug.. aufs Land raus. Bevor die Familie einzieht, steht schon die
Neuerwerbung im Wohnzimmer: 816l mit den Abmessungen 170x80x60. Da in diesem
Riesenaquarium sehr viel
Platz ist, kommen auch die ersten Apistogramma. Bald schwimmen 10 große
ausgesuchte Diskus, einige Welse und Zwergbuntbarschpaare in dem Aquarium.
Auch umzu ist sehr viel Platz für das Hobby, ein eigener Aquarienraum
entsteht. Erst sehr klein, mit 14 Becken mit insgesamt 2000l Wasser. Er
vermehrt Diskus und ist fasziniert vom Brutpflegeverhalten dieser Fische.
Bald schwimmen einige hundert dieser herrlichen Fische in seiner Anlage. Sie
sind der Grundstock für die Erweiterung der Zuchtanlage. Trotz der
Aufforderung, sich ganz mit der Diskuszucht zu befassen, denn sie lassen
sich doch gut verkaufen, gilt sein Interesse immer mehr den
Zwergbuntbarschen. Denn nicht Umsatz ist wichtig, sondern nur die
Interessen. Verschiedene Arten wie Apistogramma borellii, A. cacatuoides
halten Einzug. Vielmehr gab es in den Fachgeschäften nicht.
Papilliochromis altispinosa - der bolivianische Schmetterlingsbuntbarsch…das
ist der erste Zwergbuntbarsch den er vermehrte. Auf die Börse in Bremen
aufmerksam geworden, denkt er, da könnte ich meine Nachzuchten zu verkaufen.
Da er verschiedene Leute des Vereins von den Veranstaltungen des VDA-Bezirks
kennt, ist ein Börsenbecken schnell geordert.
Seine erste Börse in Bremen: Zwei Tage lang mit vielen anderen „Verrückten“.
Hier ein Gespräch hier ein Plausch, man kann sich so richtig austoben. Das
dann die Kosten höher waren als die Einnahmen (ganze 10 „Schmetterlinge“,
und die auch noch an einen einzigen Liebhaber, werden verkauft) war
uninteressant. So wird er regelmäßiger Teilnehmer der Bremer Börse. Da er
sich mit seinem Hobby da bestens aufgehoben fühlt wird er auch Mitglied im
Verein. Viele gemeinsame Veranstaltungen folgen . Er schreibt seine ersten
Artikel für den „Delphin“. Kurz … er fühlt sich pudelwohl in diesem kreis.
Bei einem Streifzug durch die Aquariengeschäfte entdeckt er einen neuen
Zwergbuntbarsch. Apistogramma nijsseni, aber der preis, man will 120,00 DM
für das Paar haben,. Das Männchen gab´s für 8.-DM. Wochen später kann er
durch einen glücklichen Umstand sehr günstig zwei Paare erwerben. Recht
schnell gelingt die Nachzucht und A. nijsseni ist auch heute noch fester
Bestandteil seiner Artenliste. Das Verlangen nach anderen Arten wächst. Aber
woher nehmen, der Norden ist in dieser Beziehung Entwicklungsland. So
beginnt die Suche nach anderen Arten in Deutschland. Den nähesten Züchter
findet er in Hildesheim. Dann ein Aufruf in der DATZ :
Eine Zwergbuntbarschvereinigung will sich gründen und sucht Interessierte.
Aber das erste
Treffen ist im tiefsten Thüringen, da wo sich „Fuchs und Hase Gute Nacht
sagen“. Aber egal, er will dabei sein. Eine abenteuerliche fahrt beginnt,
den selbst Einheimische kennen den gesuchten Ort nicht. Nach zehn Stunden
Fahrt (für 550 km)ist er endlich am Ziel. So wird er Gründungsmitglied des
Arbeitskreis Zwergcichliden. Er lernt viele Züchter kennen und kann viele
ihm unbekannte Arten sehen und erwerben. Viele Fahrten in den Osten der
Republik folgen. Oft genug geht es morgens um 4 los und er ist am nächsten
Morgen um 4 wieder zu Hause. Die Anzahl der Arten wächst, (bis zu 35 Arten
sind vorhanden) und damit auch die heimische Zuchtanlage, die fast komplett
auf „Zwerge“ umgestellt wird. Sein Angebot auf der Börse wird immer größer
und die Liebhaber bekommen Arten zu Gesicht, die sie in keinem Zoogeschäft
finden, den der Fachhandel hat nicht annähernd die Vielfalt an Arten wie er.
Zwergbuntbarschinteressierte kommen zu ihm. Er gibt Hilfestellung wo er
kann. Baut sogar ganze Zuchtanlagen mit auf. So erschließt er sich eine
Diskussionsrunde mit Gleichgesinnten, denn nirgendwo kann man mehr lernen
als in einem ausgiebigen Gespräch mit anderen. Wenn aquaristisches Zubehör
gesucht wird, ist er erster Ansprechpartner.
Doch dann der erste große Zweifel, bekommt er doch zuhören: „warum baust du
die deine eigene Konkurrenz auf?“ Wieso Konkurrenz? Ist er Händler, der
damit Geld verdienen muss?? Nein, er sucht nur Gleichgesinnte.
Aber er lässt sich nicht beirren, und so wird aus Hilfestellung in manchen
Fällen Freundschaft. Viele Unternehmungen werden gemeinsam gemacht. Er
bekommt Fische die normal nie bekommen hätte. Wildfänge die ein Freund am
Rio Negro selbst gefangen hat. Bei einigen dieser Fische gehört er zu den
Ersten, denen die Nachzucht gelingt.
Aquarianerherz, was willst du mehr??
Viele Börsen folgen und viele kennen seinen Spruch: “Hauptsache die
Fahrtkosten kommen rein.“ Klar ist er froh, wenn er einiges verkaufen kann,
denn das Hobby kostet richtig Geld.
Aber nach wie vor ist das Zusammensein und die Fachsimpelei mit anderen das
Wichtigste.
So wirken einige mitgehörte Gespräche sehr deprimierend auf ihn: „Was willst
du mit dieser Art, die bringt doch nichts, und die , die bringt nur ein
Euro.“ Oder wenn er hört. „Was willst du denn damit, das sind doch nur
„graue Mäuse“, nicht zu verkaufen??“
Befremdlich klingt dann seine Antwort: „Wieso verkaufen, mich interessiert
die Art einfach.“
Ist unser Hobby denn schon so tief gesunken, dass nur noch der Verkaufswert
des Fisches zählt?
Ist es nicht befriedigend wenn man Nachzuchterfolge hat, die sich bei
anderen als unmöglich oder zumindest sehr schwierig gestalten? Wenn man
zuschauen kann, wie aus winzig kleinen Geschöpfen „richtige“ Fische werden?
Oder wenn man Zuchtlinien aufbaut, um die einen andere beneiden? Zählt denn
nur noch Geld und Umsatz?
Nichtsdestotrotz werden auch weiterhin Fische bei ihm schwimmen, die nicht
verkäuflich sind, aber das Verhalten und die Brutpflege ihn interessieren.
Und er hofft, dass er mit dieser Einstellung nicht alleine ist.
Anton Maier

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